Viper's Dream
von Jake Lamar
(Nautilus, September 2025)
Übersetzung aus dem Englischen (US)
Robert Brack
New York, 1961. Clyde Morton, genannt Viper, hat gerade seinen dritten Mord begangen, den ersten, den er bereut. Doch anstatt zu fliehen – sein Kontaktmann bei der Polizei hat ihm drei Stunden gegeben –, hängt er im Cathouse der Baroness Pannonica de Koenigswarter, kurz Nica, und grübelt. Wie allen Musikern, die bei ihr ein- und ausgehen, hat die Schutz-
patronin der New Yorker Jazzszene ihm aufgetragen, drei Wünsche aufzu-
schreiben. Viper weiß, dass ihm nicht viel Zeit bleibt und er sicher im Knast endet, wenn er nicht augenblicklich verschwin-
det, aber das scheint plötzlich nicht wichtig.

Er blickt zurück auf seine Ankunft in Harlem im Jahr 1936, als er noch hoffte, hier seinen Traum als Trompeter zu verwirklichen. Da sein Talent dafür nicht ausreicht,
fängt er als Geldeintreiber an, steigt in den Drogenhandel ein und wird bald zu einem gefürchteten und respektierten Boss. Im Rhythmus des Jazz und im Rauch von Marihuana regiert er Harlem. Doch abseits seiner Kontrolle breitet sich das Heroin aus und richtet auch unter den Jazzleuten Verheerung an. Das ehemals pulsierende, bunte Harlem geht vor die Hunde – und Viper wird von seiner Vergangenheit eingeholt…
Rezensionen
"All das spielt in einem schwarzen Harlem zwischen den Vierziger- und den
frühen Sechzigerjahren – und zeigt sehr eindrucksvoll, wie sich mit knappen, kräftigen Strichen das Bild einer Zeit entwerfen lässt."
Peter Körte, Frankfurter Allgemeine, 1. September 2025
"Das ist harte starke Noir-Prosa mit tragischem Ende."
Alexander Kluy, Buchkultur, Oktober/Novemberr 2025
"Zunächst sanft swingend – man hört beim Lesen geradezu lässig fremde Finger schnippen – schraubt sich der Plot dieses Noir-Krimis langsam zu einer harten, rasend-nervösen Jazz-Nummer hoch."
Philipp Haibach, der Freitag, 13. November 2025
"Mit seinem Krimi "Viper's Dream" rauscht der amerikanische Autor Jake Lamar zurück ins Harlem der 1930er-Jahre und erzählt von Aufstieg und Abstieg, von Musik, Liebe, Drogen und Verrat."
Charlotte Oelschlegel, NDR Kultur, 17. Oktober 2025
"Lamar erzählt von Drogensucht, Liebe zur Musik, von Jazz-Cats, Gewalt, Drogengeschäften und Gangsterehre. Es ist eine knappe, aber dichte, schnelle Erzählung über 25 Jahre im Melting Pot New York."
Meike Dannenberg, Bücher Magazin, Januar 2026